1846 baute Gottlieb Heise, dessen Potsdamer Werkstatt später in den Betrieb unserer Vorfahren überging, eine 7-Register-Orgel für die Vorgängerkirche in Wust. Der heutige Bau wurde 1882 an gleicher Stelle im neugotischen Stil errichtet. In diesem Zuge führte Carl Eduard Gesell einen technischen Orgelneubau unter Verwendung von vier Registern und weiterer Teile (Registerzüge, Manualklaviatur und Windkanäle) der Heise-Orgel aus. Dispositionsaufbau und Konstruktion sind typisch für die eher konservative Ausrichtung der Werkstatt Gesell. Die Manuallade ist als Schleiflade gebaut, die Windlade des Pedals besitzt Registerkanzellen mit Einzeltonventilen.

Seit dem 2. Weltkrieg verschlechterte sich der Zustand der Orgel zusehends. Fortschreitender Verfall und die politische Situation führten 1966 zur Schließung der Kirche. Ein Instrumentensammler kaufte 1973 die Orgel und lagerte den Großteil des Instrumentes in Frankfurt/Oder ein. Die in Munitionskisten magazinierten Orgelteile gelangten 1975 in den Besitz der Frankfurter Viadrina-Universität. In den 1990er Jahren konkretisierten sich Pläne zur Wiederherstellung der baufälligen Kirche und ihres Inventars.

Nachdem die Orgelteile 2019 in Frankfurt/Oder ausfindig gemacht und zurückgekauft werden konnten, erhielt unsere Werkstatt den Auftrag zur Restaurierung der Orgel.Die gute Quellenlage und der Vergleich mit anderen Gesell-Orgeln ermöglichte eine originalgetreue Restaurierung und spekulationsfreie Rekonstruktion. Fast 40 % des historischen Pfeifenwerkes war erhalten geblieben. Die vorhandenen Pfeifen wurden ebenso wie alle technischen und baulichen Komponenten (Windladen, Trakturen, Spieltisch, Windanlage, Gehäuse) überarbeitet, Schadstellen beseitigt und fehlende Teile stilgetreu nach den historischen Vorbildern rekonstruiert. Die Orgel kann außer mit Motorwind auch wieder mittels der mechanischen Schöpfanlage betrieben werden. Der Klang der Wuster Orgel entspricht den klanglichen Prinzipien einer kleinen, aber dennoch prächtigen, mit charakteristischen Stimmen ausgestatteten und ideal für die Begleitung des Gemeindegesangs geeigneten Orgel deutsch-romantischen Stils. Das Ensemble aus repräsentativer Dorfkirche und ihrer solide gebauten, märkischen Kleinorgel kann nach seiner vollständigen Wiederherstellung nun im alten Glanz neu erlebt werden

Beeindruckt von der Orgelbesichtigung im Dom zu Erfurt im Jahr 2005 beauftragte der Dombaumeister aus Kaliningrad (Russland) die Firma Alexander Schuke, ebenso einen „Orgelkomplex“ bestehend aus zwei Konzert-Orgeln im Königsberger Dom zu errichten.

Die Chororgel direkt am Orchesterpodest wurde im Jahr 2006 fertig gestellt und besitzt 32 Register für zwei Manuale und Pedal (op.616). Der mechanische Spieltisch der Orgel hat jedoch vier Manuale und Pedal und 122 elektrische Registerschalter, weil damit auch die 2008 fertig gestellte Hauptorgel (op. 618) mit IV Manualen und Pedal sowie 90 Registern angespielt werden kann.

Es ist auch möglich, die Chororgel von der Hauptorgel aus anzuspielen beziehungsweise mit je einem Organisten an jeder Orgel ein Konzert für zwei Orgeln zu veranstalten.

Der historische Mosengel-Prospekt der alten Königsberger Orgel wurde rekonstruiert und mit einer modernen Konzert-Orgel, jedoch mit vielen barocken Verzierungen und beweglichen Engeln ausgestattet.

Die größte Orgel von Friedrich Ladegast aus Weißenfels wurde von 1868 bis 1871 im Schweriner Dom gebaut und durch die Fa. Alexander Schuke bis1988 restauriert.

Sie hat wie die mechanischen Barockorgeln davor mechanische Schleifladen, jedoch auch eine mechanische Kegellade für die großen Pedal-Register.

Mithilfe einer Barkermaschine lassen sich alle Manuale von der untersten Klaviatur koppeln und bleiben dadurch noch immer leicht spielbar.

Durch die pneumatische Registertraktur waren Frühformen einer Crescendowalze und von festen Kombinationen („forte“ und „piano“) möglich.

Die Orgel verfügt über 84 klingende Register auf vier Manualen und Pedal.

Bereits im Jahr 1977 lagen die ersten Prospektentwürfe für die neue Schuke-Orgel im Gewandhaus zu Leipzig bei seiner Grundsteinlegung durch Prof. Kurt Masur vor.
Zur Einweihung des Neuen Gewandhauses 1981 war auch die Orgel (op. 499) vollendet, die einen architektonischen Blickfang für den Konzertsaal bildet.

Mit 91 Registern auf IV Manualen und Pedal ist es die größte Schuke-Orgel aus Potsdam, die mit einem elektrischen Fernspieltisch auf dem Orchesterpodest und einem mechanischen Spieltisch ausgerüstet ist.

Im Jahre 2008 erhielt die Orgel zwei zusätzliche Register sowie eine Überarbeitung der elektrischen Anlage mit neuer Setzeranlage mit SPS.

Die Beckerath-Orgel in der Hauptkirche St. Petri aus dem Jahre 1955 gehört zu den großen und prägenden Instrumenten Hamburgs und verkörpert ein Stück Zeitgeschichte deutscher Orgelbaukunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Ihre architektonische Gestaltung entstammt in den Grundzügen der Auffassung des klassischen Orgelprospektes norddeutschen Stiles.

Die Einfachheit der klaren ablesbaren Formen gibt ein Zeugnis von der Nüchternheit der fünfziger und sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Im Jahr 2006 erhielten wir den Auftrag zur Generalreparatur und Restaurierung dieser Orgel mit der Erweiterung auf 66 Register, einem neuen Spieltisch mit vier Manualen und Pedal, mechanischer Tontraktur sowie einer elektrischen Registertraktur mit USB-Speichermöglichkeit und MIDI-Schnittstelle.

Die Kirche St. Crucis ist die einzige Barockkirche Erfurts, deren qualitätsvolle und vollständige barocke Innenausstattung erhalten blieb. Zu dieser Innenausstattung gehörte ein monumentaler und reichverzierter Orgelprospekt von Franciscus Volckland aus dem 2. Viertel des 18. Jahrhunderts.

Im Jahre 1998 erhielten wir den Auftrag, die dazugehörige Orgel zu rekonstruieren. 2003 konnte die rekonstruierte zweimanualige Volckland-Orgel wieder zum Lobe Gottes erklingen.

Etwa 60 % des Pfeifenbestandes sind glücklicherweise trotz zwischenzeitlicher Umbauten original von Volckland erhalten. Die größte Sensation war die gedrechselte Flaut douce 8‘, die mit dem geschnitzten Labium den charakteristischen Klang einer realen Blockflöte nachahmte und als Orgelregister einzigartig ist. Sie gab auch die Tonhöhe der Orgel vor, die einen Halbton über normal bei a‘ = 465 Hz bei 18 °C liegt. Die Stimmung erfolgte nach Kirnberger II.

Es ist das wohl bekannteste und auch größte historische Instrument, welches wir in der Altmark bewundern können, und worauf die Kirchengemeinde St. Petri und die Stadt Seehausen durchaus stolz sein können.

Als Opus 100 führt es der Orgelbauer Friedrich Hermann Lütkemüller (1815 – 1899) in seiner Werkliste. Nach nur fünfzig Jahren kommt es zu einem der ersten gravierenden Eingriffe an dieser Orgel. Für Kriegszwecke werden 1917 die Prospektpfeifen aus hochwertigem Zinn durch den Orgelbauer Rudolf Pieper ausgebaut und 1919 durch minderwertiges Material aus Zink von Faber & Greve ersetzt. Bis kurz nach dem Krieg (1948) blieb das Instrument unverändert erhalten. Danach wurde eine Dispositionsveränderung, jedoch nur aus dem Pfeifenbestand dieser Orgel, vorgenommen und die Pfeifenreste in der Orgel eingelagert.

In mehreren Bauabschnitten über die Jahre verteilt wurde seit 1999 von uns begonnen, dieses Werk komplett in den bauzeitlichen Zustand mit 44 Registern auf III Manualen und Pedal zurückzuführen. Das vorhandene Pfeifenwerk wurde den einzelnen Werken neu zugeordnet und fehlendes Pfeifenwerk in Material und Bauform rekonstruiert und ergänzt.

Dieses gewissenhafte Vorgehen war auch für die ganze technische Anlage unumgänglich und bietet uns heute die Möglichkeit, die einzige Orgel Lütkemüllers mit einem Schwellwerk neu zu erleben.

Mit großen Anstrengungen ist 2014 auch der letzte Bauabschnitt gelungen, die fehlenden 163 Prospektpfeifen aus hochwertigem Englisch Zinn zu ersetzen.

Voller Freude darf die Gemeinde dieses wertvolle Instrument nun im Gottesdienst nutzen und in Konzerten der Öffentlichkeit vorstellen und präsentieren.

Sowohl das prachtvoll geschnitzte Eichengehäuse, als auch die Hälfte des ursprünglichen Pfeifenwerkes sind trotz zahlreicher Veränderungen, die das Instrument im Laufe der Jahrhunderte erfahren hat, erhalten geblieben. Das Instrument weist somit den größten originalen Materialbestand in einer Scherer-Orgel auf. Auf dieser Grundlage haben wir 1991-94 eine umfassende Restaurierung und Rekonstruktion auf den angenommenen Ursprungszustand durchgeführt.

Nachdem Spuren für eine Oberlade im Rückpositiv gesichert werden konnten, erfolgte 2019 durch unsere Werkstatt eine rekonstruktive Ergänzung dieser Windlade inklusive zweier Zungenregister: Messing Regal 8′ und Krumbhorn 8′. Gleichzeitig wurde die gesamte Registeranlage im Spielschrank neu geordnet, sodass die Register der Werke jetzt in vier Reihen übereinander angeordnet sind.

Die von dem Orgelbauer Hans Scherer dem Jüngeren aus Hamburg im Jahre 1624 erbaute Orgel der Tangermünder St. Stephanskirche gehört zu den bedeutendsten historischen Orgeln Europas.

Das nunmehr 34 Register umfassende Orgelwerk ist mitteltönig gestimmt und bietet die Möglichkeit zur authentischen Interpretation der Orgelmusik aus der Zeit der Renaissance bzw. des Frühbarock.

Fotos von Peter Eberts

Die neue Schuke-Orgel der Franziskanerkirche Graz (op. 615) aus dem Jahr 2005 ist mit II Manualen und Pedal ausgestattet. Das Hauptwerk erhielt 11 Register, das Oberwerk 9 Register und das Pedal 7 Register sowie mechanische Ton- und Registertraktur.

Unser musikalisches Konzept geht von einem Klangspektrum aus, deren Kern der mittel- und norddeutschen Prägung entspringt. Das Hauptwerk und das Oberwerk tragen in starkem Maße den korrespondierenden Charakter zwischen dem Geistlichen und der Gemeinde.

Diese Wechselwirkung ist dem liturgischen Gebrauch gewidmet. Zugleich muss diese Orgel unterschiedlichen Aufgaben gerecht werden, denn ein Instrument in der Innenstadtkirche von Graz soll zugleich auch seine kulturelle Aufgabe als Konzertinstrument erfüllen.

Soweit dies in den Möglichkeiten der begrenzten Registerzahl liegt, ist der dynamischen Differenzierungsfähigkeit Raum gegeben, um die Kompositionen von der Spätrenaissance bis zur frühromantischen Zeit gestalten zu können.

Die Orgel der St. Katharinenkirche in Brandenburg wurde ursprünglich von Joachim Wagner in den Jahren 1726 – 1727 erbaut. Die Orgel hatte 35 Register auf drei Manualen und Pedal. Aus dieser Zeit ist das Orgelgehäuse mit den Prospektpfeifen erhalten geblieben.

1898 baute Wilhelm Sauer hinter den Wagner-Prospekt eine neue Orgel mit pneumatischer Kegellade, drei Manualen und Pedal. 1936 wurde die Orgel durch unsere Werkstatt umgebaut. Die Orgel hatte danach 48 Register mit 3470 Pfeifen und einen neuen fahrbaren Spieltisch.

Nach vielen Jahren der Nutzung im Gemeindedienst wurde die Orgel 1993 von unserer Firma generalüberholt und erhielt einen Spielschrank mit drei Manualen und Pedal und 64 Setzerkombinationen.
Im Jahr 2005 erhielt die St. Katharinenkirche eine kleinere gebrauchte Orgel, welche als Chororgel auf der Südempore aufgestellt wurde. Diese zweimanualige Orgel mit 12 Registern eignet sich hervorragend für die Begleitung von Gesang, Orchester und Solisten bei Andachten und Konzerten.

Mit der Umsetzung des Konzeptes „Altes bewahren, Neues schaffen“ von 2018 wurde die Hauptorgel und der originale Spieltisch von 1936 restauriert. Weiterhin wurde die Orgel um ein neues Auxiliarwerk mit 26 Registern und Glockenspiel auf der unteren Empore sowie um ein neues Solowerk mit 6 Registern auf der Nordempore erweitert. Die Traktur der erweiterten Chororgel wurde zu einer Doppeltraktur umgebaut. Die Orgelanlage hat drei Schwellwerke und mehr als 60 Koppeln sowie weitere Spielhilfen über die neue Setzeranlage mit Touchscreen. Die gesamte Orgelanlage mit 96 Registern auf fünf Manualen und Pedal kann nun von einem neuen Zentralspieltisch und einem neuen Spielschrank an der Hauptorgel gespielt werden.